Micron Document
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Square Kilometre Array
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Das Square Kilometre Array Observatory (SKAO) ist eine internationale, zwischenstaatliche Organisation mit Sitz im Vereinigten Königreich, die am 15. Januar 2021 gegrĂŒndet wurde. Ihre Hauptaufgabe ist der Aufbau und Betrieb der Anlagen des Square Kilometre Array (SKA), einem Radioteleskop-Netzwerk mit großer, weit verteilter SammelflĂ€che. Die namengebende Vision ging von einem Quadratkilometer aus.cite-ref-1[1]

Die ersten beiden Teleskop-Netzwerke, fĂŒr verschiedene Frequenzbereiche, werden in SĂŒdafrika und Australien errichtet, mit 197 Einzelspiegeln von 15 m Durchmesser bzw. 131.072 zwei Meter hohen Breitbandantennen.cite-ref-2[2] Der Ausbau begann im Jahr 2021 und wird in mehreren Schritten erfolgen. Die Fertigstellung ist im Jahr 2029 vorgesehen.cite-ref-3[3] Durch Kombination der Antennensignale mit unterschiedlichem Zeitversatz wird es möglich sein, gleichzeitig einen großen Himmelsausschnitt mit hoher Auflösung und Empfindlichkeit zu beobachten. Dazu werden Hochleistungsrechner und Langstrecken-Netzwerke mit einer KapazitĂ€t benötigt, die den heutigen weltweiten Internetverkehr ĂŒbertrifft.cite-ref-ska-signal-processing-4-0[4]

Contents

‱ Standorte
‱ MeerKAT
‱ LOFAR
‱ MWA
‱ Entwicklung
‱ Mitglieder
‱ Siehe auch
‱ Weblinks

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Überblick

Die Idee fĂŒr das SKA geht auf Überlegungen internationaler Wissenschaftler in den 1980er und 1990er Jahren zurĂŒck. Sie machten sich Gedanken darĂŒber, wie ein Teleskop beschaffen sein mĂŒsste, das die grundlegenden astronomischen Fragen des neuen Jahrtausends erforschen könnte. Man ging davon aus, dass eine Verdreißigfachung der SensitivitĂ€t damals verfĂŒgbarer Teleskope notwendig wĂ€re und damit rund ein Quadratkilometer effektive KollektorflĂ€che.cite-ref-goldenyears-5-0[5]cite-ref-ekers2012-6-0[6] Mehrere organisatorische Zwischenstufen trieben die Planungen voran, modifizierten sie immer wieder und begleiteten den Aufbau von Pathfinder-GerĂ€ten, bis 2021 das SKA Observatorium als zwischenstaatliche Organisation gegrĂŒndet wurde und die Bauarbeiten der ersten Phase beginnen konnten. 2012 war festgelegt worden, das in dieser ersten Phase „SKA-1“ an zwei Teleskop-Standorten in Australien und SĂŒdafrika die zwei Arrays SKA-Low fĂŒr niedrige Frequenzen und SKA-Mid fĂŒr mittlere Frequenzen aufgebaut und betrieben werden sollen. Geplant ist, diese Ausbaustufe bis 2029 abzuschließen. Das SKA wird in Empfindlichkeit, Winkelauflösung und Durchmusterungsgeschwindigkeit die bisher bestehenden Messeinrichtungen um ein mehrfaches ĂŒbertreffen. Weitere Bauphasen können vom Observatory angestoßen werden, wenn die Finanzierung geklĂ€rt ist.cite-ref-skaokonvention-7-0[7]cite-ref-goldenyears-5-1[5]

Beschreibung

Die Planung sieht vor, dass das SKA Signale kombiniert, die von tausenden kleinen Radioantennen empfangen wurden. Durch deren große rĂ€umliche Distanz von bis zu 3000 km wĂ€re es möglich, damit ein riesiges Radioteleskop mit einer extrem hohen Empfindlichkeit und Winkelauflösung zu simulieren. Das SKA soll ebenfalls ein sehr großes Sichtfeld (FOV, englisch field of view) von 200 Quadratgrad bei Frequenzen unter 1 GHz und mehr als 1 Quadratgrad (ungefĂ€hr fĂŒnf Mondscheiben) bei höheren Frequenzen abdecken. Eine geplante Neuerung ist die gleichzeitige Verwendung von mehreren Sichtfeldern durch Phased-Array-Antennen. Damit soll die Geschwindigkeit bei Musterungen entscheidend verbessert und es verschiedenen Benutzern ermöglicht werden, gleichzeitig verschiedene Teile des Himmels zu beobachten.

In den ersten beiden Bauphasen soll eine kontinuierliche Abdeckung von 70 MHz bis 10 GHz gewÀhrleistet werden. In einer dritten Phase ist eine Ausweitung auf 30 GHz geplant.

1. Phase 1: ≈20 % der totalen AuffangflĂ€che bei niedrigen und mittleren Frequenzen.
2. Phase 2: Volle ArraygrĂ¶ĂŸe fĂŒr niedrige und mittlere Frequenzen.
3. Phase 3: Aufbau des Arrays fĂŒr hohe Frequenzen.

Mit einem einzigen Antennendesign kann nicht der gesamte Frequenzbereich von 70 MHz bis 10 GHz (mehr als zwei Dekaden) sinnvoll empfangen werden. Deshalb soll das SKA ĂŒber drei Typen von Antennenelementen verfĂŒgen, SKA-low, SKA-mid und Parabolantennen.

1. SKA-low Array (Phasen 1 und 2): Ein Array von phasengesteuerten, einfachen Dipolantennen fĂŒr den Frequenzbereich von 70 MHz bis 200 MHz. Diese Antennen sollen in Gruppen zu 90 auf einer FlĂ€che mit einem Durchmesser von 100 m aufgestellt werden.
2. SKA-mid Array (Phase 2): Dieses Array soll aus phasengesteuerten Antennen bestehen, welche eine Abdeckung der Frequenzen von 200 MHz bis 500 MHz ermöglichen. Die Antennen mit Abmessungen von 3 m × 3 m sollen in kreisförmigen Gruppen mit einem Durchmesser von 60 m aufgestellt werden.
3. Dish Array (Phasen 1 und 2): Mehrere tausend Parabolantennen fĂŒr die Frequenzen von 500 MHz bis 10 GHz. Geplant ist ein Antennendesign wie beim Allen Telescope Array mit einem Offset-Gregory-Design mit einer Höhe von 15 m und einer Breite von 12 m. Die Parabolantennen sollen, wenn möglich, mit Fokalebenenarrays in ihrem Fokus ausgestattet sein. Dieser Aufbau wĂŒrde den Parabolantennen ein weit grĂ¶ĂŸeres Sichtfeld verleihen, als dies mit einem einzelnen EmpfĂ€nger möglich wĂ€re. Prototypen dieser Fokalebenenarrays stehen im Moment in der Entwicklung.

Das SKA soll in drei Regionen unterteilt werden:

1. Eine zentrale Region mit Ansammlungen von Parabolantennen und SKA-mid-Stationen in den inneren 2,5 km und SKA-low Antennen hinaus bis 5 km. Diese zentrale Region soll ungefĂ€hr die HĂ€lfte der gesamten EmpfangsflĂ€che von 1 kmÂČ enthalten.
2. Eine mittlere Region bis 180 km. Parabolantennen und Paare von SKA-mid- und SKA-low-Stationen werden in dieser Region angesiedelt. Alle Antennen sollen zufĂ€llig verteilt werden, mit einer nach außen hin abfallenden Dichte von Antennen.
3. Eine Ă€ußere Region von 180 km bis 3000 km. FĂŒnf Spiralarme mit Gruppen von 20 Parabolantennen sind in ihr enthalten. Der Abstand zwischen den Stationen wird mit zunehmender Entfernung immer grĂ¶ĂŸer.

Wissenschaftliche Ziele des SKAO

Ende der 1980er Jahrecite-ref-ekers2012-6-1[6] war die Motivation fĂŒr die 100fach grĂ¶ĂŸere SammelflĂ€che, H-I-Gebiete bis in kosmologisch relevante Entfernungen, z = 2 statt bisher 0,2, untersuchen zu können. Im September 1993 grĂŒndete die International Union of Radio Science die Large Telescope Working Group. Erstmals fassten 1999 Taylor und Braun zusammen, zu welchen astronomischen und kosmologischen Ergebnissen das SKA fĂŒhren könnte.cite-ref-9[9] Im August 2000 unterzeichneten elf Staaten ein Memorandum zur GrĂŒndung des International SKA Steering Committee (ISSAC). Ergebnisse waren ein breit angelegtes Science Book und eine Liste von SchlĂŒsselprojekten, Key Science Projects, welche auch die Spezifikation der Designparameter unterstĂŒtzen sollten:cite-ref-10[10]

KSP I. Wiege des Lebens
In galaktischen Sternentstehungsgebieten sollen Protoplanetare Scheiben abgebildet und darin die Entwicklung erdĂ€hnlicher Planeten live verfolgt werden. Astrobiologisch relevante MolekĂŒle können in MolekĂŒlwolken und PlanetenatmosphĂ€ren nachgewiesen und außerirdische Zivilisationen abgehört werden.

Zehntausende Pulsare werden neu entdeckt. Deren Taktsignale dienen als kosmisches Positionssystem, gegen das der Durchgang von Gravitationswellen beobachtbar sein sollte. Einige Pulsare könnten auch in engen BinĂ€rsystemen mit Schwarzen Löchern gefunden werden, in stĂ€rker gekrĂŒmmter Raumzeit als in bisher entdeckten Systemen.

KSP III. Ursprung und Entwicklung der kosmischen Magnetfelder
Hundert Millionen Quellen polarisierter Radiowellen, typischer Abstand am Himmel eine Bogenminute, lassen sich auf die FrequenzabhĂ€ngigkeit der Faraday-Rotation hin untersuchen. Das sollte helfen, die Fragen ĂŒber den Ursprung und die Entwicklung interstellarer und intergalaktischer Magnetfelder zu klĂ€ren.

KSP IV. Galaxienentstehung und Kosmologie
Die IntensitĂ€t der HI-Linie in Absorption wird mit hoher Winkelauflösung und bis zu einer Rotverschiebung von z = 1,5 neutralen Wasserstoff in Galaxien abbilden. Die großrĂ€umige Struktur dieser Galaxien ermöglicht RĂŒckschlĂŒsse auf die Zustandsgleichung der Dunklen Energie. DarĂŒber hinaus lassen schwache Gravitationslinseneffekte auf die Verteilung Dunkler Materie schließen.

KSP V. Reionisierungsepoche – die ersten leuchtenden Objekte und supermassiven Schwarzen Löcher
Zur Zeit der Reionisierung zeigt sich die HI-Linie in Emission, rotverschoben in den Bereich 50 bis 100 MHz. Das australische SKAO-Teleskop wird helfen, die frĂŒhe Strukturbildung und die Art der ersten leuchtenden Objekte aufzuklĂ€ren. MolekĂŒlspektroskopie erlaubt die Untersuchung der Sternentstehung in frĂŒhen Galaxien, wĂ€hrend die ersten supermassiven Schwarzen Löcher sich im Radiokontinuum zeigen werden.

Standorte

Voraussetzung fĂŒr mögliche Standorte der SKA-Teleskopnetzwerke war ein möglichst geringer anthropogener Radiowellen-Hintergrund, wie er sich praktisch nur in unbewohnten Gebieten findet. Nach umfangreichen Tests, u. a. mit nebenstehend abgebildeten Funkscannern, und einem Wettbewerb mehrerer Standorte, fiel im Mai 2012 die Entscheidung fĂŒr einen verteilten Aufbau in Australien und SĂŒdafrika.cite-ref-tagesschau-2012-05-25-11-0[11]cite-ref-goldenyears-5-2[5]

‱ Australien: Aufbau von SKA-Low. Das Zentrum befindet sich bei Boolardy (australien26,98334° S, 116,53335° O-26.983337116.533348) in Westaustralien 315 km nordöstlich von Geraldtoncite-ref-12[12] auf einer wĂŒstenĂ€hnlichen Ebene auf einer Höhe von 460 m. Dieses Gebiet liegt in der Mid-West Radio Quiet Zone, die fĂŒr das Murchison Widefield Array (MWA) eingerichtet wurde.cite-ref-bbc-13-0[13]cite-ref-14[14]
‱ SĂŒdafrika: Aufbau von SKA-Mid. Das Zentrum befindet sich auf einer Höhe von 1000 m in der Gegend Karoo (s-dafrikaLage-30.7211321.41113), in der trockenen Provinz Northern Cape, ungefĂ€hr 75 km nordwestlich von Carnarvon. SpĂ€ter sind weitere Stationen unter anderem in Ghana, Kenia, Madagaskar und Mauritius geplant.

Pathfinder Arrays und Entwicklung der Technologie

Viele Gruppen von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt arbeiten daran, die benötigte Technologie und die Verfahren zu entwickeln, welche vom SKA verwendet werden sollen. Dazu entstehen bzw. entstanden Antennen-Arrays, die nicht Teil des SKA werden sollen. Einige sind im Folgenden aufgefĂŒhrt. Dem bereits 1995/96 errichteten Giant Metrewave Radio Telescope (GMRT) des indischen National Centre for Radio Astrophysics (NCRA) des TIFR wurde Anfang 2015 der Pathfinder-Status zuerkannt.cite-ref-15[15]

MeerKAT

MeerKAT ist ein Projekt fĂŒr 860 Millionen Rand, das mit einem Array von 50 oder mehr Parabolantennen mit 12 m Durchmesser Grundlagen fĂŒr die Technologie des SKA erprobt. KAT-7, eine Testumgebung aus sieben SchĂŒsseln in der NĂ€he von Carnarvon in der Provinz Northern Cape in SĂŒdafrika, sollte 2012 volle FunktionsfĂ€higkeit erlangen. Die Parabolantennen wurden mit einzelnen BreitbandempfĂ€ngern fĂŒr Frequenzen von 800 MHz bis 8 GHz ausgestattet.cite-ref-16[16] Im Juli 2016 wurden bei einer ersten Testaufnahme mit 16 der geplanten 64 Parabolantennen etwa 1200 neue Galaxien entdeckt.cite-ref-heise-online-2016-07-18-17-0[17]

Ende 2020 war es das beste Radioteleskop seiner Art und entdeckte im Rahmen des Forschungsprogrammes MeerKAT International Gigahertz Tiered Extragalactic Exploration Survey (MIGHTEE) gleich zwei bisher unbekannte Riesen-Radiogalaxien (GRG von giant radio galaxie). Riesen-Radiogalaxien haben in ihren Armen (lobes) sehr geringe Radio-Strahlungsdichten und nur deren Zentren sind auch optisch beobachtbar. Diffuse Radioquellen geringer Strahlungsdichte sind mit dem Instrument MeerKAT nun besser auffindbar. Es wird daher vermutet, dass es mehr GRG gibt als bisher angenommen.cite-ref-18[18]

Australischer SKA Pathfinder

Der Australische SKA Pathfinder, kurz ASKAP, war ein 100-Millionen-AU$-Projekt mit dem Ziel, bis 2012 am australischen Standort fĂŒr das SKA ein Array aus 36 Antennen aufzubauen, um Technologie fĂŒr das SKA zu entwickeln. Die Parabolantennen haben 12 m Durchmesser und 188 EmpfĂ€nger in der Bildebene fĂŒr ein 30 Quadratgrad großes Gesichtsfeld. Die Frequenzabdeckung erstreckt sich auf 700 MHz bis 1,8 GHz. Im Oktober 2016 wurde der wissenschaftliche Betrieb mit zunĂ€chst zwölf Antennen aufgenommen. Im FrĂŒhjahr 2019 wurden erstmals alle 36 Antennen gemeinsam betrieben.cite-ref-19[19]

Am 24. September 2018 registrierte ASKAP einen Fast Radio Burst, der anhand der automatisch ausgelösten Rohdatenaufzeichnung mit VLBI-Methoden auf 0,04 Bogensekunden lokalisiert und einer Galaxie zugeordnet werden konnte.cite-ref-20[20]cite-ref-21[21]

LOFAR

LOFAR ist ein 120 Millionen Euro teures europĂ€isches Projekt, geplant und gebaut vom Institut ASTRON in den Niederlanden, das ein neuartiges Array von Antennenstationen fĂŒr niedrige Frequenzen mit phasengesteuerter Öffnung, verteilt ĂŒber ganz Nordeuropa, aufbaut und seit 2011 nutzt. Empfangsdaten bei niedrigen Frequenzen von 10 MHz bis 240 MHz werden direkt zu einem zentralen Rechner geleitet, wo Überlagerung und Auswertung vorgenommen werden. LOFAR entwickelt zurzeit grundlegende Verarbeitungstechniken, die fĂŒr das SKA von entscheidender Bedeutung sind.cite-ref-22[22] Der Erweiterung NenuFAR der französischen LOFAR-Station FR606 beim Nançay-Radioteleskop wurde im August 2014 Pathfinder-Status zuerkannt.cite-ref-23[23]

Allen Teleskop Array

Das Allen Teleskop Array (ATA) besteht aus innovativen Offset-Gregory-Parabolantennen mit einem Durchmesser von 6,1 m, ausgestattet mit BreitbandempfĂ€ngern fĂŒr 500 MHz bis 11 GHz. Zurzeit sind 42 Elemente zu einem funktionsfĂ€higen Array zusammengeschaltet (Stand 2010), mit einer geplanten Erweiterung auf 350 Antennenelementen. FĂŒr das Design der Parabolantennen wurden spezielle gĂŒnstige Herstellungsmethoden ausprobiert.

Square Kilometre Array Design Study

Die Square Kilometre Array Design Study, kurz SKADS, ist ein europĂ€isches Projekt im Umfang von 38 Millionen Euro, welches eine ganze Bandbreite von Technologien und wissenschaftlichen Studien im Umfeld des SKA entwickelt. Der Fokus der technischen Entwicklungen liegt bei Hochfrequenz-Phasenarrays fĂŒr 300 MHz bis 1 GHz. Ein solches vollelektronisches Teleskop liefert eine große Zahl gleichzeitiger Beams fĂŒr höchste Geschwindigkeiten bei Himmelsdurchmusterungen.cite-ref-24[24]

Technology Development Project

Das Technology Development Project, abgekĂŒrzt TDP, war ein 12-Millionen-Dollar-Programm der USA, um gezielt fĂŒr das SKA Technologien fĂŒr ParabolschĂŒsseln und deren Einbindung zu entwickeln. Es wurde von einem Konsortium von UniversitĂ€ten unter der Leitung der Cornell University betrieben und sollte 2012 abgeschlossen werden.

MWA

Das Murchison Widefield Array ist Ă€hnlich dem LOFAR ein Radioteleskop fĂŒr den Frequenzbereich bis 300 MHz mit synthetischer Apertur. FĂŒr die Entwicklung des SKA werden dafĂŒr relevante Technologien entwickelt:

‱ Laufzeit gesteuerte Strahlformung mit Antennenmatrizen aus kostengĂŒnstigen Dipolantennen
‱ Datensammlung und Synchronisation von einer Vielzahl von Antennengruppen
‱ FX-Technologie der EmpfĂ€nger- und Digitalisiererkomponenten.

Das MWA befindet sich an einem der möglichen Standorte fĂŒr das SKA in Australien.

Organisation

Entwicklung

Erste Überlegungen zum Bau des Teleskops stammen aus den 1980er Jahren und wurden mehrere Jahre von Astronominnen und Astronomen diskutiert und weiterentwickelt. Zur Formalisierung und Koordinierung der Vor-Konstruktionsphase grĂŒndeten im Jahr 2011 mehrere Forschungsorganisationen aus Australien, China, Italien, den Niederlanden, Neuseeland, SĂŒdafrika und dem Vereinigten Königreich die SKA-Organisation, als VorlĂ€ufer der endgĂŒltigen Organisation. SpĂ€ter beteiligten sich auch Kanada und Schweden.cite-ref-prophysik2022-25-0[25]

Deutschland trat der SKA-Organisation 2010 als zehntes Mitglied bei, wobei die finanziellen BeitrĂ€ge hĂ€lftig vom BMBF und der Max-Planck-Gesellschaft ĂŒbernommen wurden. Das BMBF kĂŒndigte die deutsche Mitgliedschaft 2014 aus finanziellen GrĂŒnden ohne RĂŒcksprache mit den beteiligten Wissenschaftlern.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27] 2019 trat die Max-Planck-Gesellschaft als 13tes Mitglied wieder bei.cite-ref-28[28]

GrĂŒndung des SKAO

Am 12. MĂ€rz 2019 wurde in Rom die internationale Konvention zur GrĂŒndung des SKA Observatoriums (SKAO) feierlich unterzeichnet. GrĂŒndungsmitglieder des zwischenstaatlichen Vertrags waren Australien, China, Italien, die Niederlande, Portugal, SĂŒdafrika und das Vereinigte Königreich. Die Konvention trat am 15. Januar 2021 in Kraft, dies ist damit der offizielle Geburtstag des SKAO. Aufgaben des SKAO sind der Aufbau und der Betrieb der beiden SKA-Radioteleskopnetzwerke.

Anfang 2021 wurde der Rat des SKAO, das Leitungsgremium, eingesetzt. Er genehmigte im Juni 2021 förmlich den Beginn der Bauarbeiten und startete die Phase der Auftragsvergaben. Am 5. und 6. Dezember 2022 fanden an den Teleskopstandorten in Australien und Afrika mit den lokalen Gemeinschaften Feierlichkeiten zum Beginn der Bauarbeiten statt.cite-ref-prophysik2022-25-1[25]

Sitz und Organe

Sitz des SKAO und die globale Hauptverwaltung sind in Jodrell Bank in Cheshire, in der Nachbarschaft der WeltkulturerbestĂ€tte Jodrell-Bank-Radioobservatorium. Das Leitungsgremium des SKAO ist der Rat, in dem jedes Mitglied eine Stimme hat. Der Rat wĂ€hlt fĂŒr jeweils zwei Jahre einen Vorsitzenden und einen Stellvertretenden Vorsitzenden. Der Rat ernennt außerdem einen Generaldirektor, der als höchster leitender Bediensteter der gesetzliche Vertreter des SKAO ist, die operativen GeschĂ€fte leitet und dem Rat berichtet.cite-ref-skaokonvention-7-1[7]

Mitglieder

GrĂŒndungsmitglieder des SKAO sind Australien, China, Italien, die Niederlande, Portugal, SĂŒdafrika und das Vereinigte Königreich. Die Schweiz wurde im Januar 2022, Spanien im April 2023, Kanada im Juni 2024 und Deutschland im November 2024 stimmberechtigtes Vollmitglied. Assoziiertes Mitglied mit Beobachterstatus im SKAO-Rat sind Frankreich, Indien, Japan, Schweden und SĂŒdkorea.cite-ref-29[29]

Im Dezember 2023 beschloss das deutsche Bundeskabinett den Beitritt Deutschlands als Vollmitglied zum SKAO zu beantragen. Bundestag und Bundesrat mussten dem Beschluss zustimmen.cite-ref-30[30] Der Bundesrat erhob in seiner Sitzung vom 2. Februar 2024 keine EinwĂ€nde.cite-ref-31[31] In der ersten Lesung im Bundestag am 21. MĂ€rz 2024 wurde es aber wegen Zweifeln an der langfristigen Finanzierbarkeit in den Ausschuss fĂŒr Bildung, Forschung und TechnikfolgenabschĂ€tzung verwiesen.cite-ref-32[32] Auf Empfehlung des Ausschusses stimmte der Bundestag in der Sitzung am 13. Juni 2024 dem Gesetz zu.cite-ref-33[33] Am 1. November 2024 wurde Deutschland offiziell Mitglied des SKAO.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]

Zeitplan und Finanzierung

Das SKAO wird aus BeitrÀgen der Vollmitglieder und assoziierten Mitglieder finanziert. Laut Planungsstand 2021 wird der Aufbau des SKA 1,3 Milliarden Euro und der Betrieb von 2021 bis 2030 0,7 Milliarden Euro kosten.cite-ref-36[36]

Der Rat gab den Beginn der Bauarbeiten und die AuftragsvergabefĂŒr SKA-1 im Juni 2021 frei. Geplant ist der Aufbau in mehreren Schritten. Ein Prototyp von SKA-Mid ist bereits seit 2019 in Betrieb und liefert erste Daten.cite-ref-prophysik2022-25-2[25] Der Projektmeilenstein „Array Assembly 0.5 finish“, mit einem 6-Station-Array fĂŒr SKA-Low und einem 4-Dish-Array fĂŒr SKA-Mid sind fĂŒr Februar bzw. MĂ€rz 2024 geplant. Weitere Schritte sollen bis zum endgĂŒltigen Konstruktionsabschluss im Juli 2029 folgen. Der Betrieb ist fĂŒr mehr als 50 Jahre geplant.cite-ref-37[37]

Siehe auch
Weblinks

Commons

: Square Kilometre Array

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ www.skao.int, offizielle Website des SKAO (englisch)
‱ SKA Australien
‱ SKA SĂŒdafrika
‱ SKA Scholarpedia (englisch)

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Daniel Clery: Giant radio telescope reaches milestone en route to construction start. Science, 4. Februar 2021, doi:10.1126/science.abg9245.
cite-note-22. ↑ Das Square-Kilometre-Array-Observatorium (SKAO) ist gegrĂŒndet. In: mpifr-bonn.mpg.de. Max-Planck-Institut fĂŒr Radioastronomie, 4. Februar 2021, abgerufen am 18. MĂ€rz 2024.
cite-note-33. ↑ heise online: 130.000 Antennen: Baubeginn fĂŒr weltgrĂ¶ĂŸtes Radioteleskop. 30. Juni 2021, abgerufen am 18. MĂ€rz 2024.
cite-note-ska-signal-processing-44. ↑ Signal Transport and Networks. Square Kilometre Array, 2018, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
cite-note-goldenyears-55. ↑ Wayne Orchiston, Peter Robertson, Woodruff T. Sullivan III: Golden Years of Australian Radio Astronomy: An Illustrated History (= Historical & Cultural Astronomy). Springer International Publishing, Cham 2021, ISBN 978-3-319-91841-9, S. 237–247, doi:10.1007/978-3-319-91843-3.
cite-note-ekers2012-66. ↑ Ronald David „Ron“ Ekers: The History of the Square Kilometre Array (SKA) Born Global. Proceedings of Science, 2012, arXiv:1212.3497.
cite-note-skaokonvention-77. ↑ SKAO-Konvention, nach Bundestagsdrucksache 678/23. In: bundestag.de. Deutscher Bundestag, 22. Dezember 2023, abgerufen am 12. Februar 2024.
cite-note-81. Jodrell Bank chosen as base for largest radio telescope. In: BBC News. 2. April 2011 (englisch, Online [abgerufen am 31. Dezember 2021]).
cite-note-99. ↑ Andrew Russell Taylor und Robert Braun (Hrsg.): Science with the Square Kilometer Array: a next generation world radio observatory. (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive) 1999, z. T. basierend auf BeitrĂ€gen zur gleichnamigen Konferenz an der UniversitĂ€t Calgary im Juni 1998.
cite-note-1010. ↑ Christopher L. Carilli und Steven Gregory „Steve“ Rawlings: Science with the Square Kilometer Array: Motivation, Key Science Projects, Standards and Assumptions. 2004, arXiv:astro-ph/0409274.
cite-note-tagesschau-2012-05-25-1111. ↑ Claus StĂ€cker: SĂŒdafrika und Australien bauen weltgrĂ¶ĂŸtes Teleskop. In: Tagesschau.de. Norddeutscher Rundfunk, 25. Mai 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 5. September 2012; abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
cite-note-1212. ↑ Aiming for the skies. The Age, 7. April 2008, abgerufen am 15. Februar 2011 (englisch).
cite-note-bbc-1313. ↑ Amos, J. Nations vie for giant telescope, BBC News, 28. September 2006.
cite-note-1414. ↑ Science Network WA, 16 February 2007
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